Ägypten
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Ägyptens Schätze in 12 Tagen

Nicht nur die Pyramiden lockten, einmal wahrhaftig besichtigt werden zu können - Ägypten ist ein kulturell überaus reiches und gewichtiges Land. Wie man als Para mit Begleitperson mit den Bedingungen einer organisierten Kurzreise zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zurecht kam, schildert unser Bericht. Startpunkt: Kairo. Und auch den Nil ließ man sich natürlich nicht entgehen - auf einem schwimmenden Hotel.

Bereits im vorletzten Jahr hatten wir ernsthaft in Erwägung gezogen, nach Ägypten zu reisen. Wir reisen gerne in den Monaten Februar/März, und das ist auch eine gute Reisezeit für den Nahen Osten. Wir hatten den Wunsch, all das, was wir schon vom Fernsehen her von Ägypten kannten, einmal wahrhaftig sehen zu können: die Pyramiden, die Gräber, die Wandbemalungen - überhaupt die Kultur des alten Ägyptens interessierte uns sehr.

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In Reiseberichten wurden die Nilkreuzfahrten als besonders reizvoll dargestellt. Ein ganzes Jahr trugen wir unsere Reisewünsche - Nilkreuzfahrt mit Besichtigungen und anschließendem Erholungsurlaub - zu verschiedenen Reisebüros, schrieben das ägyptische Fremdenverkehrsbüro in Frankfurt an, machten uns kundig in verschiedenen Reisebüchern und schickten Faxe an diverse Reiseveranstalter. Die Resonanz war eher mäßig. Das Problem war nicht, nach Ägypten zu kommen. Auch behindertengerechte Hotels sind in diesem Land vorhanden. So berichtete uns ein Rollifahrer, er führe gerne nach Hurghada, weil dort der Service gut wäre. Vielmehr bestand für uns das Problem, ein geeignetes Schiff für die Nilkreuzfahrt zu finden.

Auf unsere Anzeige im Internet meldete sich eine Frau, die vor zehn Jahren mit ihrem Ehemann eine solche Rundreise, wie wir sie uns vorstellten, unternommen hatte. Detailinformationen im Hinblick auf Rollstuhleignung konnte sie allerdings nicht geben. Es sei wohl etwas beschwerlich, meinte sie, aber wenn man bereit wäre, sich als Rollifahrer überall hintragen bzw. helfen zu lassen, würde vieles ermöglicht. Die Ägypter seien sehr freundlich und hilfsbereit.

Wir schrieben den uns genannten Reiseveranstalter "Helios-Reisen" (München) an, und dann ging alles ganz schnell: Es standen zwei Schiffe zur Wahl, deren Kabinen von der Größe her einigermaßen geeignet waren, um mit dem Rolli zurecht zu kommen. Wir entschieden uns für das Schiff "Helios Regency", buchten und erhielten innerhalb von drei Tagen die Reiseunterlagen. Genau eine Woche später brachen wir auf zu unserer 12-tägigen Studienreise mit anschließenden 10-tägigem Erholungsaufenthalt im Jolie-Ville-Hotel in Luxor.

Zwei Matrosen als Hilfe Das Restaurant und unsere Kabine befanden sich im Unterdeck. Auf dem Mitteldeck lagen die Eingangsebene, die Rezeption und weitere Kabinen. Darüber hinaus gab es zwei Sonnendecks - alles ohne Aufzug. Unsere Bedenken wurden mit dem Hinweis beantwortet, dass uns das Schiffspersonal helfen würde. So war es auch. Zwei Matrosen der Crew wurden zur allgemeinen Hilfe an Bord und bei den Besichtigungen abgestellt. (Die Matrosen zeigten ihrerseits aber wenig Interesse an den kulturellen Schätzen ihres Landes.)

Das Bad der Kabine war abenteuerlich klein. Nach dem Aushängen der Tür durch den Schiffsmechaniker, passte der Rolli gerade so durch die zirka 60 Zentimeter breite Tür. Waschbecken, WC, Dusche und Bidet waren in einem Halbkreis angeordnet und durch die Enge wiederum gut erreichbar. (Erforderlich wurde das Umsteigen auf einen zu Beginn der Reise georderten Plastikhocker.) Wichtig: Ohne Begleitperson kommt selbst ein "fitter Para" auf einem Hotelschiff kaum zurecht.

Unsere Reisegruppe bestand aus 16 Personen. Ein Reiseleiter war für organisatorische Dinge zuständig, der Fremdenführer gab Informationen zu allen Sehenswürdigkeiten. Abends sprach der Reiseleiter mit uns die Möglichkeiten für den nächsten Tag ab. So konnten wir im voraus den nächsten Tag sehr gut abschätzen und planen.

Zu Beginn unserer Reise stand Kairo auf dem Programm. Als begeisterte Museumsbesucher entschlossen wir uns, den Tag ohne Gruppe im berühmten Ägyptischen Museum in Kairo zu verbringen. (Der Straßenverkehr in Kairo ist ein besonderes Erlebnis). Am nächsten Tag machten wir wieder im Gruppenprogramm mit. Wir besuchten die Stadt Memphis, die Alabastersphinx und den Koloss Ramses II. Dann ging es weiter zur Stufenpramide von Sakkara. Am 4. Tag flogen wir von Kairo nach Luxor zum Hotelschiff.

Im Tal der Könige Der 5. Tag unserer Reise war ein kultureller Höhepunkt: Wir fuhren ins Tal der Könige. Der Reiseleiter sprach mit uns ab, welche Grabanlagen für Rollifahrer zugänglich seien, was bei drei Grabanlagen (Gräber des Ramses) der Fall war. Wir besichtigten ohne Fremdenführer (unsere Fragen konnten abends von ihm beantwortet werden) und Zeitdruck.

Sehr beeindruckend sind die Dimensionen der Gräber und ihre Gestaltung. Die Farben der Grabmalereien und die Reliefs sind noch gut erhalten. Natürlich besuchen Tausende von Touristen die Grabanlagen. Die Versalzung durch den Schweiß der Besucher sowie das Berühren der Reliefs und Malereien sowie die (nicht gestatteten) Blitzlichter der Fotokameras schaden den Gräbern ungemein. Wer weiß, ob in 20 Jahren noch so viel zu sehen ist!

Äußerst beeindruckend ist der Tempel der Hatschepsut. Diese Tempelanlage muss man einfach auf sich wirken lassen. Da die zwei verschiedenen Terrassen mittels Rampen erschlossen sind, gibt es mit dem Rolli keine Probleme.

Am 6. Tag besichtigten wir die Tempel von Esna und Edfu. Esna liegt inmitten einer Kleinstadt und ist nur von oben her zu besichtigen, da der Ort durch die Nilschlammabtragungen zirka 10 Meter tiefer liegt. Die Holztreppe ist eher ungeeignet für Rollstuhlfahrer.

Der 7. Tag war für Rollifahrer eher ein Busreisetag. Wir besichtigen die Granitsteinbrüche mit dem unvollendeten Obelisk (für Rollifahrer ungünstig zu erreichen) und fuhren zum Assuan-Staudamm. Die Fußgänger wurden per Motorboot zur Insel Agilkia gebracht. Dort ist der Philaetempel wieder aufgebaut worden, der der Göttin Isis geweiht war. Aus Rolli-Sicht wäre an diesem Tag Ausruhen an Deck des Schiffes schöner gewesen.

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Am Vormittag des 8. Tages unternahmen die Gäste, die von Deutschland aus die Reise nach Abu Simbel gebucht hatten, den Ausflug zu den dortigen Felsentempeln. In dieser Zeit machten wir zusammen mit zwei Gästen der Gruppe und dem Reiseführer eine Autofahrt zum Kamelmarkt. Der Markt hatte wohl schon tags vorher stattgefunden, aber es war schön, den Menschenmassen zu entfliehen und mit Ausblick auf die Insel Elephantine Tee zu trinken.

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Der Krokodilgott und der falkenköpfiger Gott

Am 9. Tag besichtigten wir bei Kom Ombo den auf einer Nilterrasse gelegenen Doppeltempel, der für zwei Götter erbaut wurde: den Krokodilgott Sobek und den falkenköpfigen Gott Haroeris (über eine Steintreppe erreichbar). Wir fuhren mit dem Schiff nach Edfu weiter; von dort aus ging es per Bus nach El Chab. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung auf dem Sonnen-Deck. visum ägypten beantragen online
Am 10. Tag unserer Rundreise ging es zurück von Edfu nach Luxor, wo wir die Tempelanlagen von Karnak besichtigten. Riesige Pharaonenstatuen und imposante Säulenhallen sind hier zu bewundern. Da wir beabsichtigten, unseren weiteren Urlaub in Luxor zu verbringen, besuchten wir den Luxor-Tempel und das Museum auf eigene Faust - nachdem wir uns ein paar Tage erholt hatten.

Fazit: Diese organisierte Reise war für Menschen mit und ohne Handicap beschwerlich. Ferner ist zu beachten, dass auch im modernen Ägypten an Rollstuhlfahrer eher nicht gedacht wird: Beispielsweise gibt es weder Transferschlitten im Flugzeug noch eine rollstuhlgerechte Toilette auf dem Flughafen Kairo bzw. in den einzelnen Museen. Viele interessante Reisen finden auch in Kanada statt. Gehen Sie zu: https://eta-kanada-visums.de wenn Sie dorthin möchten.

Wir wählten aber diese Reiseform zum einen, um die schöne Nilkreuzfahrt zu erleben, und zum anderen, um Ägyptens Schätze in kurzer Zeit und unter landeskundiger Leitung zu sehen. Stöbern Sie in diesen Jungs Außerdem brauchten wir uns nicht um die Organisation von Sicherheitsvorkehrungen zu kümmern: Einzelne Regionen dürfen von Touristen, die mit Privatfahrzeugen und Bussen unterwegs sind, ausschließlich mit polizeilichem Geleitschutz besucht werden.

Positiv empfanden wir, dass die Tage nicht rundum verplant waren. Zwischendurch gab es immer wieder Ruhephasen. Kompromisse waren notwendig. Von seiten des Rollifahrers waren Wartezeiten in Kauf zu nehmen; auch wirklich unüberwindbare Hindernisse mussten akzeptiert werden. Der Reiseführer wiederum zeigte sein Engagement und organisierte die Fahrt auf einer Felukke sowie eine Kutschfahrt. Die fehlenden technischen Hilfsmittel wurden durch zahlreiche anpackende Hände ersetzt, was für den Betroffenen auch gut annehmbar war. Die Bakschisch-Mentalität der Araber war für uns Westeuropäer eher gewöhnungsbedürftig.

Insgesamt wird uns unsere Studienreise nach Ägypten in positiver Hinsicht unvergesslich bleiben.